Viele Eltern haben große Angst vor der Entscheidung dass ihr hochbegabtes Kind eine Klasse überspringt. Ihre Sorge ist dass ihr Kind ausgegrenzt werden könnte, zu klein sei und damit eher gemobbt wird usw.
Aber auch Lehrkräfte raten häufig davon ab.
Positive Effekte laut Studienergebnissen
Laut Studienergebnissen wie u.a. die Hattie-Studie gibt es aber sehr positive Effekte von Akzeleration als Fördermaßnahme bei hochbegabten Kindern: „Den stärksten Effekt in seiner Auswahl hat mit einer Effektstärke3von 0,88 das Überspringen von Jahrgängen bei starken Schülern (im Gegensatz zum Verharren in der alten Gruppe). „
Im Gegenteil: die Wirksamkeit dieser Maßnahme ist als sehr gut zu bewerten.

Hier darf ich nun eine anonymisierte Rückmeldung als Beispiel von vielen Erfahrungen veröffentlichen:
„Michael (Name geändert) hat gleich nach dem IQ-Test in die dritte Klasse gewechselt und ist seither total stolz, happy und hoch motiviert. Er kommt jeden Tag von der Schule heim und sagt „Mama, es war soooo toll und spannend in der Schule“.
Die Lehrer haben mir in einem Gespräch diese Woche rückgemeldet, dass es absolut die richtige Entscheidung war und dass Michael (Name geändert) sowohl in Mathe als auch in Deutsch wunderbar mitkommt und man kaum einen Unterschied zu der restlichen Klasse merkt.
Für uns als Eltern ist es natürlich herausfordernd, weil wir Michael (Name geändert) oft zu Zusatzaufgaben motivieren müssen, damit er ein paar wesentliche fehlenden Sachen noch aufholt. Nicht immer hat er Lust dazu. Es hat halt so schon mit den Hausaufgaben ziemlich angezogen, das ist er noch nicht gewohnt. (Wirksamkeit von Hausaufgaben)
Alles in allem läuft es richtig gut und Michael (Name geändert) genießt tatsächlich bei seinen ehemaligen Klassenkameraden etwas mehr Ansehen. Es sind alle sehr neugierig und in der neuen Klasse wurde er total nett aufgenommen.
Wir sind sehr dankbar, den Weg zu Ihnen gefunden zu haben.“

„Michael“ hatte vor dem Klassensprung auch Probleme mit anderen Klassenkameraden. Diese Probleme sind nach dem Sprung verschwunden.
Allerdings muss man auch sagen, dass die Wirkung nach ca. 1/2 Jahr wieder nachlässt. Deshalb sage ich Eltern immer wieder das jede Entscheidung für 1 Jahr ist und man dann, im klassischen Schulsystem mit Unterricht und Klassenstrukturen in Flurschulen, wieder nachjustieren muss. Denn hochbegabte Kinder reagieren früher und deutlicher auf schlechte Rahmenbedingungen, die Selbstorganisation, Lernen und Entwicklung hemmen statt zu fördern.
Diese Geschichte ist beispielhaft für ganz viele Kinder mit Hochbegabung. Ohne Klassensprung ist die Entwicklung meist deutlich schwieriger für diese Kinder. Je früher die Kinder gefördert und unterstützt werden desto stabiler verläuft die Persönlichkeitsentwicklung.

