Gelungene Förderung von hochbegabten Kindern – ein Erfahrungsbericht

Mama-Joker und Sütterlin

Omas Geheimschrift

Corona? Unsere Schule macht das Beste daraus!

Unserer Tochter geht es derzeit in ihrer Schule richtig gut. Corona ist natürlich da und die Möglichkeiten im Schul-Alltag leider viel eingeschränkter, aber unsere Schule macht wirklich das Beste daraus. Das Kollegium findet immer wieder Lösungen, auch mit Hygienebestimmungen, Abwechslung zu bieten. Ein Beispiel: Der Tag nach dem Nikolaus-Wochenende wurde besonders gestaltet. Ein Theater war engagiert und zu Besuch in der Schule. Es wurde ein kurzes Theater-Stück mit Marionetten einstudiert, so dass es an einem Vormittag mehrmals und für jede Jahrgangsstufe (mit genügend Abstand) separat im großen Foyer gespielt werden konnte. Bei den Kids kam es super an.

Mit Englisch wird es nicht mehr ganz so langweilig.

Das „Niveau“ von der zweiten in die dritte Klasse hat jetzt (zum Glück) angezogen, Englisch ist als Unterrichtsfach dazu gekommen und somit ist es nicht mehr ganz so langweilig.

iPads in der Grundschule

Auch bei uns in der Schule gibt es einen neuen Klassensatz iPads, welcher erfreulicherweise sehr regelmäßig im Schulalltag zum Einsatz kommt. Aktuell wird im Unterricht eine Buchpräsentation mit Keynote (Präsentations-App) selbständig von jedem Kind erarbeitet. Die Grundlagen und der Umgang mit dem iPad wurden vorab in HSU vermittelt und geübt. Richtig anspruchsvoll, aber so ist unser Kind gut gefordert.

Wir hatten schon immer großes Glück mit den Lehrerinnen, die auch auf die leistungsstärkeren Kinder eingehen.

Mama-Joker

Ich lege immer wieder mal einen „Mama-Joker“ in die Hausaufgaben-Mappe. Spannende Rätsel, selbst gestaltete „Arbeitsblätter“ mit Themen, die mein Kind interessieren. (Kommt dann meist zum Einsatz, wenn es in der Schule eine langweilige Phase oder uninteressante Themen gibt). Wir hatten auch schon die Mathe-Briefe vom DGhK aboniert, aus denen ich immer wieder Aufgaben zum Knobeln rausziehe. Damit wird so manche Still- und Freiarbeit im Unterricht aufgepeppt. So sie ist nicht genötigt, immer was zu malen wenn sie auf die anderen Kinder warten muss. (Ausmalen ist leider immer noch sehr bei GS-Lehrern beliebt – selbst in der dritten Klasse).

Privates Enrichment

In der Freizeit ist die gesamte Familie im privaten Enrichment involviert. Die Oma malte große Leinwände mit bestimmten Acryl-Techniken, der Opa (ehemals Elektriker) erklärt aktuell den GeoLino Adventskalender Technik&Elektronik bis ins kleinste Detail.

Uroma ist cool – sie kann eine Geheimsprache!

Die Uroma hat ein uraltes weihnachtliches Gedicht von ihrem Opa aus dem Erzgebirge in altdeutscher Schrift ausgekramt. Das wurde dann mit großer Begeisterung „übersetzt“ und wird jetzt für den Heilig Abend auswendig gelernt. (Sütterlin ist aktuell die Geheimsprache).

Auch unsere Fremdsprachen-Wörterbücher und Reiseführer aus aller Welt werden für die Freizeitgestaltung von unserem Kind gerne genutzt.

Familienleben individuell gestalten – jenseits der „Norm“

Wir haben gelernt, dass wir als Eltern unser Kind in der Entwicklung immer gut beobachten. Es ist aus meiner Sicht so wichtig den Alltag und das familiere Umfeld individuell auf uns und unser Kind abzustimmen und zu gestalten. Wir orientieren uns nicht an dem, was in unserer Gesellschaft als „normal“ angesehen wird.

Das Kinderzimmer wird zum Schreibwarenladen

Bei uns ist bespielsweise zwischenzeitlich das Kinderzimmer eine Kombination aus halben Schreibwarenladen und Bücherei geworden. Wir haben zugelassen, dass hier Locher, Tacker, Leuchtstifte, Flipchartmarker, viel Papier, viele Bücher, Ordner und Schnellhefter usw. schon vor dem Schulstart einziehen durften. Damit sorgten wir für ausreichend Freiraum zum Beschäftigen. In unserem Hobbykeller gibt es eine Bastelecke mit viel Zubehör zum kreativen „Austoben“ und Experimentieren.

Kreatives Chaos

Im Wohnzimmer haben wir einen großen Bereich für das vorhandene Playmobil-Universum freigegeben. Wir finden, dass das Spielen im Lebensmittelpunkt und in Elternnähe (Rollenspielen und Fantasiegeschichten inklusive) unser Kind bereichert, zufrieden und glücklich macht. Beim Thema „kreatives Chaos“ drücken wir hin und wieder ein Auge zu.

Familie Z.

Winkelfehlsichtigkeit oder Schiefhals (Torticollis)?

Häufig stelle ich während der IQ-Testung bei hochbegabten Kindern eine Winkelfehlsichtigkeit oder auch einen Schiefhals fest. Zunächst mal – was ist das?

Winkelfehlsichtigkeit ist ein verstecktes Schielen.

Die Sehachsen der Augen weichen voneinander ab. Das kann an einer unterschiedlichen Länge der Augenmuskeln liegen oder aber an einer vorliegenden Innervationsstörung dieser Muskeln.

Das fällt so meist gar nicht auf. Erst beim genaueren Hinsehen (man braucht viel Erfahrung) kann man es erkennen. Es ist die Art und Weise, wie die Arbeitsmaterialien vor sich gelegt werden, die darauf aufmerksam machen.

Die Kinder leiden unter Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Doppelbildern, Augenbrennen, Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche.

Mit einer Prismenbrille kann den Kindern geholfen werden. Die Beschwerden bessern sich schnell. Übrigens – sollte das Ergebnis eine leichte Winkelfehlsichtigkeit sein, die noch nicht behandlungsbedürftig sei so lassen sie trotzdem eine Brille machen. Je höher der IQ desto stärker reagieren die Kinder meiner Erfahrung nach auf solche Abweichungen.

Durch diese Hilfe kann aus einer zu langsamen Arbeitsweise ein deutliche Verbesserung erreicht werden. Übrigens macht das auch bei der IQ-Testung schnell mehrere Punkte aus.

Der Schiefhals ist schwerer festzustellen in der Testung.

Er kann durch eine falsche Einstellung des Babys im Mutterleib entstehen oder durch ein Geburtstrauma.

Die seitlichen Muskelstrecker am Hals sind einseitig verkürzt oder es ist bereits eine veränderte knöcherne Struktur im Nacken vorhanden. Beides führt dazu dass die Kinder eine „Lieblingsseite“ haben. Den Kopf häufiger schief halten oder auch abstützen müssen.

Die Achsensymmetrie ist gestört. Sie haben Verspannungen im Bereich vom Nacken. Es können dadurch auch Asymmetrien im Gesicht entstehen.

Mit einer gezielten krankengymnastischen Behandlung kann den Kindern geholfen werden. Ist die knöcherne Struktur beteiligt so brauchen die Kinder bis sie ausgewachsen sind häufig nach jedem Wachstumsschub eine Behandlung weil dann der Kopf quasi wieder zurückrutscht.

Hochbegabte Kinder haben dadurch ausgelöst auch Konzentrationsschwierigkeiten oder Schwierigkeiten beim Schreiben. Die muskulären Auffälligkeiten im Bereich des Halses haben auch Auswirkungen auf die motorischen Aktivitäten von Armen und Händen.

Durch meine medizinische Ausbildung als Kinderkrankenschwester fällt es mir leichter solche Auffälligkeiten in der Testung zu sehen.

Nach erfolgter Behandlung verbessern sich die Symptome bei den Kindern schnell.

-> Da hochbegabte Kinder schon auf kleinste Ungereimtheiten stark reagieren fühlen sie sich auch durch dies Auffälligkeiten kognitiv beeinträchtigt. In Retestungen nach erfolgter Behandlung zeigt sich häufig eine deutlich bessere kognitive Leistung. Auch die schulischen Herausforderungen werden leichter gemeistert.

Langsame Hochbegabte

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    „Langsame Hochbegabte“

    3 Stunden Hausaufgaben täglich wo andere nur 1 h brauchen? Der kann doch nicht hochbegabt sein!

    „Langsame Hochbegabte“ gibt es auch. Endlos an den Hausaufgaben sitzen, im Unterricht die Hefteinträge nicht fertig bekommen, und immer zerstreut sein.

    Es gibt hochbegabte Kinder, die genau diese Symptome zeigen. Auffällig ist meist auch die Langsamkeit beim Schreiben, die sich auch mit einem anderem Stift oder Ergotherapie nicht beheben lässt. Auch die Händigkeit scheint keinen Einfluß darauf zu haben. Das Phänomen ist sowohl bei Rechts- als auch bei Linkshändern zu beobachten.

    Ausgeprägte Selbstbestimmung und das Familienleben mit langsamen Hochbegabten

    Vor allem Kinder mit einem sehr ausgeprägten Selbstbestimmungsdrang neigen zu diesem Phänomen. Sie haben einen tiefen inneren Widerwillen für die aus ihrer Sicht unsinnigen Aufgaben. Alles zieht sich wie Kaugummi und kein Motivationstrainer der Welt kann daran etwas ändern. Dabei machen Sie Leichtsinnsfehler und haben scheinbar gar keinen Durchblick mehr. Im Kopf verschwimmt alles, eine innere Blockade dehnt sich aus. Die einfachsten Aufgaben werden nicht mehr bewältigt.

    Für die Familie ist das eine äußerst belastende Situation. Die Eltern versuchen alles um das Kind zu den Aufgaben zu motivieren. Von der Schule kommt häufig das Feedback, das alle anderen ja viel schneller sind. Und allzu oft wird dann die Hochbegabung in Zweifel gezogen, weil man glaubt: Hochbegabt = megaschnell. Dem ist mitnichten so.

    Und was passiert im Gehirn bei diesen Kindern?

    Was viele nicht wissen ist, dass der Cortex bei Kindern mit Hochbegabung deutlich dicker ist als bei normal begabten Kindern. Damit nehmen die Kinder wesentlich mehr Informationen auf und bearbeiten diese als die anderen. Dazu kommt noch, dass Kinder mit Hochbegabung eine defizitäre latente Inhibition haben. Damit ist der kognitive Prozess gemeint, der es uns ermöglicht, die Stimuli und Informationen, die unser Gehirn aufnimmt, zu sortieren und nach Wichtigkeit zu klassifizieren. Also einfach ausgedrückt: der Filter funktioniert noch nicht. Es dauert etwa bis zum 12. Lebensjahr, bis es damit besser wird. Das ist in etwa der Zeitraum, in dem der Cortex sich abflacht. Bei normal begabten Kinder geschieht das in der 3./4. Klasse.

    Unsere Schrift ist ein Spiegelbild unserer Seele. Innere Blockaden zeigen sich deutlich beim Schreiben. Nicht eine technische Hilfe führt zur Verbesserung sondern eine Lösung für die inneren Blockaden.

    Nun, was hilft langsamen hochbegabten Kindern?

    Tipps für Lehrkräfte:

    • Weniger ist mehr. Allein die schiere Fülle an Heften (im Grundschulalter meist 3 Hefte pro Fach) mit unterschiedlichen Farben, Wochenplänen, Übungsblätter, Übungshefte usw. erschlägt so manches Kind. Die Klassenzimmer in Grundschulen sind regelrecht überfrachtet mit Informationen. Wenn das Kind alles gleichzeitig aufnimmt und wahrnimmt und dann nicht filtern kann, wird es schon allein durch diese äußeren Strukturen verlangsamt.
    • Wenn das Schreiben so langsam ist, wie wäre es dann mit wissenschaftlichen Texten, die das Kind interessiert für die Rechtschreibübung? Für die Rechtschreibübung ist es ja egal, ob das Kind über Igel schreibt oder über Kernspaltung. Übrigens: Hochbegabte Kinder vermehren ihre Leichtsinnsfehler wenn sie viel üben müssen. Wenig üben und dann schnell vertiefen kann die Situation verbessern. 
    • Die Kinder möchten ernst genommen werden. Auch wenn sie manchmal umfangreich und detailreich über ihre Lieblingsthemen berichten möchten. – Schaffen Sie Raum dafür. Wie wäre es mit einem Referat über das Thema anstatt der normalen Hausaufgaben? Damit wecken Sie die Motivation des Kindes und es fühlt sich wertgeschätzt.
    • Mobbing beenden. Häufig machen diese Kinder Mobbingerfahrungen in der Schule. Ziehen sie externe Fachkräfte z.B. Schulsozialarbeiter hinzu um Mobbingprozesse zu beenden. Mobbing ist eine Lösungsstrategie der Kinder für Konflikte. Die Kinder müssen andere Lösungsstrategien lernen. Dazu eignen sich soziale Kompetenz-Trainings. Mit den „Mobbern“ zu sprechen beendet meist nicht das Mobbing. Auch ein extra Elternabend dafür beendet es nicht.
    • Andere Lösungswege- und möglichkeiten zulassen. Hochbegabte Kinder rechnen häufig anders als die anderen. Sie finden eigene Wege. Wenn diese auch zielführend sind, dann sollte man sie nicht daran hindern. Selbst wenn es vom Lehrplan abweicht.
    • Nehmen Sie Beratung in Anspruch. Gerne kann ich Ihnen auch völlig anonym eine telefonische Beratung anbieten.

    Tipps für Eltern langsamer hochbegabter Kinder:

    • Zuallererst: bleiben Sie ruhig! Okay, ich weiß, das ist schwer! Ihr Kind kann nichts dafür. Das System ist nicht gemacht für ihr Kind. Bauen Sie das Selbstvertrauen Ihres Kindes wieder auf. Diese „langsamen“ Hochbegabten fühlen sich meist sehr dumm. Denn nur wer schnell, ist sei ja auch klug.
    • Strukturieren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Hausaufgaben und setzen sie eine zeitliche Begrenzung pro Fach. Am besten besprechen Sie das vorab mit der Lehrkraft, damit ihr Kind auch eine „innere Genehmigung“ dazu hat.
    • Holen Sie sich Unterstützung in einer Elterngruppe.
    • Bleiben Sie im Gespräch mit den Lehrkräften und werben sie um eine innere Binnendifferenzierung. Vielleicht können Sie auch die ein oder andere spannende Idee mit einbringen.
    • Nehmen Sie im Alltag Druck raus und sorgen Sie für spaßige und entspannte Momente. Hausaufgaben sollten nicht das ganze Leben bestimmen!
    • Wenn alles nicht hilft dann überlegen Sie, ob ihr Kind mit einer anderen Lehrkraft oder einer anderen Klassengemeinschaft besser zurecht kommt. Vielleicht hat die Lehrkraft der Parallelklasse schon mehr Erfahrung mit Hochbegabten.
    • Oder ihr Kind überspringt eine Klasse. Selbst Kinder mit schlechten Schulleistungen aber erkannter Hochbegabung können in der Grundschule eine Klasse überspringen, ohne in eine Überforderung zu geraten. Alles hängt aber davon ab, ob die aufnehmende Lehrkraft bereit ist, das Kind zu unterstützen und dem Überspringen positiv gegenüber gestimmt ist.
    • Manchmal ist es hilfreich Kontakt zu einer Beratungslehrkraft aufzunehmen und die Möglichkeiten dort zu besprechen.
    • Laden Sie die Lehrkraft zum Stammtisch der Elterngruppe Günzburg oder zum Elterntreff nach Roggenburg ein. Hier sind regelmäßig Lehrkräfte und Schulleiter dabei. Das fördert einen gelingenden Austausch und vermehrt das Wissen über die Herausforderungen mit hochbegabten Kindern auf beiden Seiten. Nur im Miteinander lassen sich Lösungen finden.

    Schwarze Zähne bei vergessenen Hausaufgaben

    Du betrachtest gerade Mama ich hab einen schwarzen Zahn – wie Kinder in Grundschulen an den Pranger gestellt werden

    „Mama ich hab einen schwarzen Zahn“ – wie Kinder in Grundschulen an den Pranger gestellt werden

    Mein Sohn kam in die erste Klasse. Als wir das Klassenzimmer sehen durften freute ich mich über die Froschgesichter von Janosch an der Wand. Jedes Kind hatte so einen Frosch mit seinem Namen an der Wand hängen. Süß dachte ich noch – wusste ich ja noch nicht wozu diese Frösche gedacht waren. Schließlich war die Lehrerin so nett bei der Begrüßung und hat die Kinder mit ihren Eltern herzlich willkommen geheißen. Ich war einfach froh, dass mein Sohn eine nette junge Lehrerin bekommen hat.

    Leider habe ich als Mama es erst viel viel später realisiert, was sich in dem Klassenzimmer abgespielt hatte. Und so wie mir geht es tausenden von Eltern mit ihren Grundschulkindern. Mein Sohn ist inzwischen erwachsen. Aber in meinen Elternrunden berichten die Eltern immer noch regelmäßig von den Fröschen an der Wand.

    Was hat es mit diesen Fröschen auf sich?

    Sie dienen der Disziplinierung der Kinder. Denn immer dann, wenn ein Kind seine Hausaufgabe vergessen hat, wird ein Zahn schwarz angemalt. Für alle Kinder ist also sichtbar wer seine Hausaufgabe nicht gemacht hat. Manche Lehrkräfte benutzen auch „Eckenkarten“ oder Strichlisten an der Wand und ähnliches. Die Wirkung dieser Maßnahmen ist verheerend. Es begünstigt Mobbing, es beschämt und stellt Kinder bloß. Früher mussten die Kinder in die Ecke stehen oder bekamen Tatzen. Heute ist die Gewalt verdeckter.

    Außerdem wird damit legitimiert, dass man ein Kind bloßstellen darf. Die Kinder lernen diese Strategie als Problemlösungsmittel kennen und wenden es dann bei anderen Schülerinnen und Schülern an – Mobbing!

    Toilettengang als Unterrichtsstörung

    In meinen Kursen erzählen Kinder häufig zum ersten Mal was innerhalb des Klassenzimmers passiert. Und immer wieder stellen sich mir die Haare zu Berge. Da gibt es z.B. eine Grundschule an der die Kinder ein Board mit Smileys haben. Dort ist auch ein Toilettenbaum angebracht. Wenn das Kind während des Unterrichts zur Toilette muss dann wir dieser Baum entfernt. Muss es ein zweites Mal dann verliert es ein Smiley und beim dritten Mal hat es keinen Smiley mehr. Die Kinder sollen dazu erzogen werden in der Pause auf Toilette zu gehen. Aber manche Kinder trauen sich da nicht auf die Toilette weil sie dort von anderen geärgert werden. Oder sie müssen schlicht und ergreifend erst nach der Pause. Die Angst seinen Smiley zu verlieren ist vielleicht nicht sehr hilfreich dabei.

    Wenn es zu Problemen mit Vandalismus auf den Schultoiletten gibt dann gibt es pädagogische Mittel, dies zu klären. Autoritärer Erziehungsstil hat noch nie gute Früchte hervorgebracht und sollte deshalb auch nicht an den Schülerinnen und Schülern angewendet werden. Hilfreich dazu ist auch dieser Blogeintrag auf Betzold

    Hausaufgabenstress

    Eltern melden mir häufig zurück, dass die Hausaufgabensituation zu Hause sehr stressig ist. Die Kinder stehen offenkundig unter einem hohen Druck alles richtig zu machen. Selbst wenn sie aus Versehen die falsche Hausaufgabe gemacht haben oder etwas fehlt wird der Zahn zumindest zur Hälfte schwarz. Manche Kinder schreiben die Hausaufgabe falsch ab oder werden nicht rechtzeitig fertig mit dem Abschreiben. Eltern verbringen ganze Nachmittage damit, in Whatsapp-Gruppen herauszufinden, was die Kinder auf haben. Ein Mega-Stress das Ganze. Der Ursprung liegt aber in der Schule. Zig Eltern machen dann die Hausaufgaben für die Kinder nur um sie vor der Bloßstellung zu bewahren. Die Gewalt geht vom System aus.

    Mich würde ja interessieren, wer den Lehrkräften diese schwarze Pädagogik aus dem vorigen Jahrtausend beibringt. Schulangst wird schon sehr früh gelernt. Und kein Kind kann sich dem entziehen.

    Autoritäres Erziehungssystem

    An den Schulen herrscht ein autoritäres Erziehungssystem1. Die Eltern lernen aber in Kursen und aktuellen Büchern ein autoritatives Erziehungssystem2. Sobald aber die Kinder in die Schule kommen kippt die Erziehung zu Hause häufig auch in ein autoritäres System. Sehr zum Schaden für die Familienbeziehungen und der Entwicklung der Kinder.

    Autoritäre Erziehungsmethoden mit Lob und Strafe helfen den Kindern nicht beim Lernen. Es verhindert lernen und erzeugt Stress und Angst. Wenn ich mich als Lehrkraft von den Schülern in meinem Unterricht gestört fühle dann sollte ich nicht die Störenden sanktionieren sondern mich damit auseinandersetzen wie es zur Störung kommt. Dann gibt es auch eine Lösung dafür. Es könnte so einfach sein…..

    Schulknick

    Dieser „Schulknick“ ist deutlich spürbar und auch sichtbar. Die Frösche stehen für mich für ein System der Kontrolle und Machtausübung an den Schulen. Vielen Lehrkräften ist überhaupt nicht klar was sie damit anrichten. Es geschieht nicht aus Boshaftigkeit sondern schlicht aus Unwissenheit. Die Lehrkräfte denken tatsächlich, dass das eine gute Methode ist um den Kindern Disziplin und Gewissenhaftigkeit beizubringen. Die Kinder sollen damit eine gute Arbeitshaltung lernen und sich konzentrieren. Aber unter Angst und Stress lernt es sich schlecht.

    Wer hat Angst vor´m schwarzen Zahn?

    1Autoritäres Erziehungssystem: Hohe Autorität der Bezugspersonen, wenig Berücksichtigung der Bedürfnisse der Kinder, klare Hierarchie, strenge Regeln, Erziehung über Lob und Strafe, distanziertes Bezugsperson-Kind-Verhältnis

    2Autoritatives Erziehungssystem: „Spielerischer Einsatz“ der Autorität, kindliche Bedürfnisse werden respektiert, partnerschaftliches Miteinander, klare Regeln, Verhandlungsbereitschaft, der Fokus liegt auf Eigeninitiative und Selbständigkeit des Kindes

    Hoffnung

    Immer mehr Schulen in Deutschland stellen ihr System um und starten mit selbstorganisierten Lernformen. Dadurch werden Lehrer dann zu Lernbegleitern oder Lerncoaches. Es steht nicht mehr der didaktisch hervorragend vorbereitete Unterricht im Vordergrund sondern das Kind mit seinen Bedürfnissen und der Frage was es braucht um gut lernen zu können.

    IQ Frauenstammtisch

    Wir treffen uns etwa alle 3 Monate zum Frauenstammtisch.

    Wir sind alle Mamas von hochbegabten Kindern, oder selbst hochbegabt. Was uns eint ist der Wunsch sich mit anderen intelligenten Frauen auszutauschen, sich verstanden zu fühlen und zu vernetzen.

    Intelligente Frauen stehen oft vor größeren Herausforderungen sowohl beruflich wie auch privat und erleben oft kein oder wenig Verständnis für ihre Probleme. Sie werden als „Luxus-Probleme“ gerne abgetan oder schlicht nicht verstanden.

    Berufliche Wechsel mehren sich oder man hält irgendwie aus in einem Job nur um möglichst flexibel und abrufbar zu sein. Schließlich wird die Care-Arbeit häufig noch von den Frauen geleistet.

    Wir kommen aus allen möglichen Berufen und Hintergründen. Aber sobald wir an einem Tisch sitzen fühlen wir uns wohl und können über alles sprechen. Das Gegenüber versteht – ohne lange Erklärungen. Für manche ist diese Offenheit völlig neu. Sie können kaum glauben, dass es hier einen Raum gibt in dem es okay ist, „komisch“ zu sein. Niemand hier würde es als „komisch“ bezeichnen.

    Endlich ist mein Anderssein normal.

    Die Veranstaltung ist kostenlos. Tee und Wasser sind als Getränke vorhanden.

    Anmeldung: connect@netzwerkbegabung.de

    Hochbegabung bei Säuglingen und Kleinkindern

    Bereits Säuglinge und Kleinkinder zeigen Auffälligkeiten, die auf eine überdurchschnittliche Intelligenz hinweisen.

    Das ist dieser enorm wache Blick, ein veränderter Schlafrhythmus, Besonderheiten im Essverhalten, Entwicklungssprünge, ein frühes Interesse an Zahlen und Buchstaben, ein hohe Sprachverständnis und vieles mehr.

    Eine frühe Förderung hilft der stabilen Persönlichkeitsentwicklung und entspannt den Familienalltag, der mit diesen wachen Kinder oft sehr herausfordernd ist.

    Der Vortrag ist online und kostenlos. Er wird in Kooperation mit dem Familienstützpunkt Marktoberdorf angeboten.

    Anmeldungen unter: connect@netzwerkbegabung.de

    Elternrunde Hochbegabung Kinder ab 10 Jahren

    Seit 2022 gibt es in Kooperation mit dem Familienstützpunkt Weißenhorn eine Elternrunde. Eltern von (vermutlich) hochbegabten Kindern treffen sich um sich auszutauschen und kennenzulernen. Das Gefühl, nicht alleine zu sein mit den Herausforderungen, die der Alltag mit hochbegabten Kindern mit sich bringt, stärkt und tut gut. Als Expertin habe ich immer einen kurzen Input vorbereitet und moderiere den Abend.

    Thematisch geht es an diesem Abend um die Herausforderungen der Familien mit Kindern ab 10 Jahren.

    Anmeldung: familienstuetzpunkt-weissenhorn@asb-nu.de

    mehr als IQ Eltern – online

    Eltern von begabten Kindern haben besondere Herausforderungen im Alltag. Ihre Kinder fallen aus der Norm und die gängigen Erziehungsmethoden funktionieren nicht mehr. In dem Kurs lernen Eltern eine stabile Beziehung zu Ihren Kindern im Sinne einer sicheren Bindung aufzubauen. Sie lernen was Hochbegabung bedeutet und welche Strategien mit den Kindern hilfreich sind für einen entspannteren Familienalltag. Dazu ist ausreichend Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch mit anderen Eltern. Der Kurs findet online via Zoom statt. Beide Elternteile können gleichzeitig daran teilnehmen oder sich auch an den Abenden abwechseln.

    Kurstermine:

    Dienstag, 16. Juni 2026, Dienstag, 23. Juni 2026, Dienstag, 30. Juni 2026 und Dienstag, 07. Juli 2026 jeweils 19:00 Uhr – 20:30 Uhr

    online via Zoom.

    Mindestteilnehmendenzahl: 3

    Gebühr: 270,00 € inklusive Kursmaterial

    Feedback aus dem letzten Kurs von Kristina:

    „Ich fand den Kurs richtig toll und habe wirklich viele Ideen und Denkanstöße für den Alltag mitgenommen. Die Umsetzung ist manchmal gar nicht so einfach da man im Alltagstrott doch schnell wieder in seine alten Muster kommt…aber auch daran arbeiten wir jeden Tag. Ich fand auch den Austausch mit den anderen Eltern und dir wirklich sehr spannend und hilfreich. Man fühlt sich gleich ein kleines bisschen weniger allein. 😊

    „Durch den Kurs haben wir viele Tipps bekommen wie wir die emotionalen Ausbrüche unseres Sohnes besser regulieren können. Seither ist das Familienleben deutlich entspannter.“

    Neurodiversität bei Hochbegabung

    Viele Kinder mit Hochbegabung haben weitere Diagnosen wie AD(H)S, Autismus, soziale Störungen usw. Wie kommt es zu diesen Doppel- oder auch Fehldiagnosen und wie genau hängt das mit der Hochbegabung zusammen. Wir werden über die Entstehung der Diagnosen sprechen und wie man die Ressourcen der Hochbegabung für die Linderung der Symptome nutzen kann.

    Der Online-Vortrag ist kostenlos.

    Anmeldung über: connect@netzwerkbegabung.de

    Spieletreff für Teenager

    Teenager ab 10 Jahre treffen sich zum gemeinsamen Spielen in meiner Praxis. Einfach mal Gas geben beim Spielen ohne auf „schwächere“ Rücksicht zu nehmen.  In der gleichen Geschwindigkeit loslegen und herausfordernde Gegner zu haben ist ein tolles Erlebnis. Dabei Spaß haben und neue Peers kennenlernen. Spiele sind in der Praxis vorhanden. Es dürfen aber auch eigene Spiele mitgebracht werden.

    Während die Teens spielen können sich die Eltern bei einer Tasse Kaffee zusammensetzen und austauschen/vernetzen. Kaffee, Tee und Wasser sind vorhanden.

    Während der Veranstaltung bin ich als Ansprechpartner dabei. Ausführliche Beratungen können in diesem Rahmen nicht angeboten werden. Bitte um Anmeldung: info@seelsorgepraxis-schmider.de 

    Gebühr 15,00 €

    Die Gebühr kann entweder bar oder vorab via PayPal bezahlt werden:

    https://paypal.me/SilveraSchmider?country.x=DE&locale.x=de_DE