Ein IQ-Test ist immer erst eine Standortbestimmung. Aus dem Testbericht erfahren Sie ob es noch weitere Diagnostik braucht um in der IQ-Testung beobachtete Besonderheiten weiter abzuklären.
Wenn in der IQ-Testung eine Hochbegabung festgestellt wird, dann braucht es Förderung auf verschiedenen Ebenen. Eine Hochbegabung unterscheidet sich vom durchschnittlichen IQ genauso stark, wie eine geistige Behinderung. Niemand würde auf die Idee kommen, ein geistig behindertes Kind genauso zu behandeln bzw. beschulen wie ein normal intelligentes Kind. Bei hochbegabten Kindern wird aber genau das häufig gemacht. Und das funktioniert nicht wirklich gut.
Hochbegabte Kinder passen sich an. Sie entwickeln aber aufgrund der permanenten Anpassung häufig psychische Symptome oder Verhaltensauffälligkeiten. Diese sind in der Regel nicht durch die Hochbegabung verursacht sondern extern durch die äußeren Umstände wie z.B. Schulsystem verursacht.
Manchmal kommen auch noch familiäre Konflikte dazu. Wenn z.B. Eltern aufgrund der hohen Intelligenz zu hohe Leistungserwartungen an das Kind stellen oder noch Vorurteile haben.
Aber diesen Vorurteilen und wenig echtem Fachwissen zu Hochbegabung begegnen die Kinder auch bei Lehrkräften, Fachkräften, Mitschülern usw.
Und genau deshalb hilft es nicht das Kind zu therapieren, wenn sich die Umstände nicht verändern. Ein Entwicklungsvorsprung muss genauso berücksichtigt werden wie eine Entwicklungsverzögerung.
Hier sind die 4 wesentlichen Schritte zusammengefasst.

Was brauchen hochbegabte Kinder für eine gesunde Entwicklung?
1. Kontakt zur Peergroup
- das ist wichtig für die Entwicklung von Sozialverhalten und sozialer Kompetenzen
- wichtig für echtes Zugehörigkeitsgefühl ohne entweder der in die Leader, die Erklärer oder Arbeiterrolle zu kommen (Gruppenarbeiten z.B. werden gerne allein gemacht von hochbegabten Kinder weil es ihnen sonst zu langsam geht…)
- um zu erleben, dass es normal ist wie man ist und man genau so auch sein darf
2. Förderung der kognitiven Fähigkeiten
- führt zu einem emotionalen Wohlbefinden
- Flüchtigkeitsfehler werden verhindert
- Motivation wird ermöglicht
- Nur wenn wellbeing da ist kann man performant sein!
- zum erlernen von Lernstrategien
- Recht auf Bildung
- Verhinderung von schwierigen Anpassungsstrategien, die durch übermäßige Langeweile entstehen können. Z.B. chaotische Handlungsweise, Vergesslichkeit, Leichtsinnsfehler usw.
3. Kinder werden zu Experten für ihre Hochbegabung
- Die Kinder müssen zu Experten von Hochbegabung werden, da diese ja nie mehr verschwinden wird. Sie spüren sehr genau, dass sie anders ticken als Gleichaltrige. Wenn sie verstehen was in ihrem Kopf anders läuft dann können sie besser damit umgehen.
- stabilisiert eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung
- Strategien für den Alltag können erlernt und umgesetzt werden – erleichtern schwierige Langeweile- oder soziale Momente
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4. Eltern lassen sich testen
- ein hochbegabtes Kind hat meist auch sehr intelligente Eltern, die häufig noch unentdeckt sind
- wenn Eltern um ihre Intelligenz wissen und sich der eigenen Begabungsbiografie stellen, bahnen sie ihren Kindern einen Weg
- das Kind fühlt sich innerhalb der Familie nicht mehr als Alien oder Problem, Hochbegabung wird positiv bewertet
- bringt positive Veränderungen ins Familiengefüge und häufig auch in die ganze Verwandtschaft
- weg von der Angst hin zur Stabilität


